UVMM Technische Details

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Auf dieser Seite werden weiterführende technische Details zu UVMM bereitgestellt die sich auf unterschiedliche Bereiche in der Verwaltung und Administration von Infrastrukturen mit Virtualisierungsserver beziehen. Dieser Artikel basiert auf dem Vorwissen, dass in dem UVMM Quickstart und dem UVMM-Abschnitt des UCS-Handbuchs beschrieben ist, daher sollte dieser zuvor beachtet werden.


Anlegen eines Speicherbereichs auf einem iSCSI-Target


Bei den im folgenden dokumentierten administrativen Aufgaben wird das Kommandozeilenprogramm virsh verwendet, dass von libvirt mitgebracht wird. Weitere Informationen zu diesem Programm sind in der man-Page virsh(1) zu finden.

Verwaltung von virtuellen Instanzen

In diesem Abschnitt werden Hinweise gesammelt, die sich auf die Verwaltung der virtuellen Instanzen beziehen.

Paravirtualisierte Xen-Instanzen

Diese Art von Xen-Instanzen werden mittels des Bootloader pygrub gestartet. Dieser extrahiert den Kernel sowie die Initrd aus dem Festplatten-Image, um die virtuelle Instanz zu booten. Damit dies funktioniert, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die zu bootende Festplatte muss die erste in der Liste sein. Dies kann im UMC-Modul angepasst werden. Dafür kann in der Liste der Laufwerke einer Instanz auf die Schaltfläche 'Als Bootmedium setzen' geklickt werden.
  • Auf der Festplatte muss es entweder eine Partition geben, bei der das Boot-Flag gesetzt ist oder der Kernel muss auf der ersten Partition zu finden sein.

Wiederherstellung

Sollte eine virtuelle Instanz einmal durch einen Fehlerfall nicht mehr in UVMM angezeigt werden, dann kann diese aus einer Sicherung wiederhergestellt werden. Bei jeder Veränderung der Konfiguration einer virtuellen Instanz erzeugt UVMM in dem Verzeichnis /var/backups/univention-virtual-machine-manager-daemon/ eine Sicherung der letzten Version der Konfiguration. Die Dateien in dem Verzeichnis enthalten die XML-Beschreibung der virtuellen Instanzen und sind nach der UUID (einem eindeutigen Bezeichner) der Instanzen benannt.

Zur Wiederherstellung der Instanz kann das Skript univention-virtual-machine-manager-restore verwendet werden. Damit die Wiederherstellung funktionieren kann müssen die folgenden Kritieren erfüllt sein:

  • Die Festplatten- und CDROM-Imagedateien müssen weiterhin in dem selben Verzeichnis verfügbar sein
  • Die Virtualisierungstechnik muss die gleiche sein (Xen oder KVM)

Um eine Liste der verfügbaren Sicherungen zu erhalten kann das folgende Kommando verwendet werden:

univention-virtual-machine-manager-restore -l

Wenn die Liste der Sicherungen zu lang ist, kann durch Angabe eines Musters für den Namen die Liste eingeschränkt werden:

univention-virtual-machine-manager-restore -l -p "*winxp*"

Um eine virtuelle Instanz wiederherzustellen kann das folgende Kommando ausgeführt werden:

univention-virtual-machine-manager-restore -r <name>

Das Argument <name> muss durch den Namen oder die UUID der virtuellen Instanz ersetzt werden. Wenn bereits eine virtuelle Instanz mit dem selben Namen auf dem Server existiert wird die Wiederherstellung abgebrochen es sei denn die Option -f wird angegeben. In dem Fall wird die Wiederherstellung erzwungen.

Nachdem die virtuelle Instanz erfolgreich wiederhergestellt wurde kann sie mit dem folgenden Kommando (als root auszuführen) gestartet werden:

virsh start <name>

Hinweis: Sollte die Instanz zuvor gelöscht worden sein, dann funktioniert diese Wiederherstellung nur, wenn beim Löschen der Instanz die Festplatten-Images nicht mit entfernt worden sind.

Einrichtung von Unterstützungs-Treibern auf Windows-Systemen

Die Performance von virtualisierten Windows-Systemen kann durch die Installation von Unterstützungtreibern deutlich verbessert werden.

Für Xen-Systeme können die GPLPV-Treiber verwendet werden.

Für KVM gibt es die virtio-Treiber:

www.linux-kvm.com/content/latest-windows-virtio-drivers

Storageverwaltung

Im folgenden werden einige Besonderheiten der Storageverwaltung in UVMM beschrieben.

Überwachung der Speicherbereiche

Die Festplatten-Images, die durch UVMM angelegt werden, sind sogenannte Sparse-Dateien, d.h. diese Dateien belegen nach dem Anlegen nicht den kompletten Speicherbereich, der als Größe der Festplatte angegeben wurde, sondern wachsen erst bei Bedarf. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Speicherbereich mit Nagios zu überwachen, so dass vor dem Volllaufen eines Speicherbereiches vorzeitig etwas unternommen werden kann.

UVMM auf standalone Memberserver

Normalerweise nutzt UVMM den Univention Directory Manager, um auf Informationen im LDAP zuzugreifen bzw. dort zusätzliche Informationen zu den einzelnen Instanzen abzulegen. Wenn UVMM auch auf einem Memberserver verwendet werden soll, der nicht Teil einer Domäne ist, muß auf einen Teil der Funktionen von UVMM verzichtet werden.

Zunächst muß die Verwendung von LDAP mit der Option -b "" deaktiviert werden. Da im LDAP aber auch gespeichert wird, welche Virtualisierungsserver vom UVMM verwaltet werden sollen, müssen diese deshalb als zusätzliche Parameter explizit aufgeführt werden.

Diese Optionen lassen sich am einfachsten über die Variable DAEMON_OPTS in der standardmäßig nicht vorhandenen Datei /etc/default/uvmmd einstellen, die zusätzlich auch noch die Optionen -s 0.0.0.0 -d enthalten muß, mit denen UVMM normalerweise durch /etc/init.d/univention-virtual-machine-manager aufgerufen wird.

Der folgende Befehl erzeugt eine solche Datei, mit der UVMM dann nur die eigene Maschine als Virtualisierungsserver nutzt:

echo DAEMON_OPTS=\"-s 0.0.0.0 -d -b \'\' xen://$(hostname -f)/\" >>
/etc/default/uvmmd
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