Leitfaden zur Migration auf Linux im Deskop-Bereich

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Software-Migration partizipativ gestalten - Ein praktischer Leitfaden zur Migration auf Linux im Desktop-Bereich für Unternehmen und Behörden

Open Source Software (OSS) ist aus der heutigen IT-Wirtschaft und Verwaltung nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Organisationen entscheiden sich für den Umstieg auf Linux und OSS. Im Server-Bereich hat sich Linux weitgehend etabliert. Die Umstellung der Computerarbeitsplätze von EndnutzerInnen auf Linux ist dagegen erst von wenigen Organisationen umgesetzt.

Solche Migrationsprojekte sind in der Regel komplexe und vielschichtige Vorhaben, die eine gut durchdachte und strukturierte Vorgehensweise verlangen. In ihrer Masterarbeit "Software-Migration partizipativ gestalten" analysiert Yuliya Pysarenko die Voraussetzungen und Bedingungen, um eine Linux-Migration auf den Computerarbeitsplätzen der MitarbeiterInnen erfolgreich umzusetzen. Entstanden ist dabei ein praktischer Leitfaden für Organisationen, die auch auf den Mitarbeiterdesktops auf Linux migrieren möchten. Der Leitfaden beschreibt u.a. das Vorgehen bei der Betriebssystem-Migration unter Einbezug der EndnutzerInnen und zeigt, worauf es ankommt, damit die Migration sowohl aus der Perspektive der NutzerInnen als auch des Managements und der IT-Verantwortlichen erfolgreich abläuft.

Der Leitfaden "Modell einer partizipativen Linux-Migration" (pdf, 727,5 KB) steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Kurzfassung des im Leitfaden vorgestellten Linux-Migrationsmodells

Das von Pysarenko aufgestellte Migrationsmodell umfasst die drei Phasen: „Entscheidung“, „Planung und Vorbereitung“ und „Umstellung und Neubetrieb“.

16-03-2011 modell desktopmigration.png

In der ersten "Entscheidungsphase" werden Faktoren identifiziert, die eine strategische Entscheidung für oder gegen eine Linux-Migration beeinflussen. Eine sorgfältige Wirtschaftlichkeitsanalyse und grobe Analyse aller Bestandteile der IT-Infrastruktur auf Kompatibilität mit dem Linux-Betriebssystem sind erste Indikatoren für eine mögliche Migration. In dieser Phase ist es sinnvoll intensiv IT- und Support-MitarbeiterInnen einzubeziehen und weiterzubilden.

In der zweiten Phase wird eine detaillierte Planung für die Migration erstellt. In dieser Phase ist die Einbeziehung von Linux-EndnutzerInnen für den Erfolg des Migrationsvorhabens entscheidend. Hierzu gehören, neben den Linux-EndnutzerInnen, auch IT- und Support-Personal, Sicherheitsbeauftragte, Datenschutzbeauftragte, Betriebs- oder Personalrat, Management- und Leitungsabteilungen. Der Leitfaden zeigt u.a. wie eine partizipative IST-Analyse an den Arbeitsplätzen durchgeführt werden kann; wie Mitarbeiter in den Migrationsvorgang mit eingebunden werden, oder wie die Endanwenderakzeptanz gegenüber Linux und Open Source Software gefördert wird und welche Weiterbildungsstrategien sich als erfolgreich erwiesen haben.

Die letzte Phase beinhaltet beinhaltet die Durchführung Pilot-Migrationen, das eigentliche Roll-Out des Systems, die Support-Organisation im Neubetrieb, zeitnahe und nachhaltige Schulungen der MitarbeiterInnen und das Migrations-Controlling. Wichtig in dieser Phase ist die laufende Kontrolle des Projekt-Fortschritts.

Über die Autorin Yuliya Pysarenko:

Yuliya Pysarenko ist derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) an der Universität Bremen tätig. 2010 hat sie ihr Master-Studium im Fachbereich Informatik mit dem Schwerpunkt Usability Engineering und Partizipative Softwaregestaltung abgeschlossen. In der Masterarbeit beschäftigte sie sich mit der partizipativen Gestaltung von Software-Migrationsprozessen, insbesondere mit Migrationsprojekten im Open
Source-Bereich.

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